von Dr. Petra Wilhelmy

Kunst hat notwendigerweise einen Bezug zur Natur, denn deren Bedingungen und Gesetze bilden die Basis für unser Leben, Denken und Schaffen. Davon abgesehen gibt es Kunstrichtungen, die sich explizit mit Phänomenen der Natur befassen, die Landschaftsmalerei der Frührenaissance oder der Romantik etwa, die Stilleben des Barock oder die Pleinairmalerei des Impressionismus. Auch Petra Jung beschäftigt sich intensiv mit Natur, sei es in Form von Beobachtung und Analyse, sei es in Form der künstlerischen Tätigkeit, und zwar in allen von ihr angewandten Techniken. Bei den plastischen Objekten und Installationen hält die Natur als bevorzugtes Arbeitsmaterial sogar selbst Einzug in das Werk.

von Dr. Petra Wilhelmy

 

Federn, Fasern, Stacheln – aus solchen natürlichen wie auch Natur assoziierenden Materialien baut Petra Jung Hüllen und Nester. Mit ausgeprägtem Einfühlungsvermögen schafft sie neue mögliche Behausungen, die aussehen, als seien sie eben erst verlassen worden, als sei gerade jemand flügge in die Welt hinausgezogen, um das Leben zu erfahren.

von Dr. Andreas Bayer

 

Von Trendforschern wird der Begriff „Cocooning“ – Sich-Verpuppen, Sich-Einpuppen – seit den späten 1980er Jahren verwendet, um eine vermehrt auftretende, gesellschaftliche Tendenz zu bezeichnen, die den Rückzug aus der öffentlichen Zivilgesellschaft in die Intimität der privaten Häuslichkeit als Lebensgefühl beschreibt. „Cocooning“ im ursprünglichen, biologischen Sinn hingegen meint den Vorgang der Verpuppung von Insekten in einen Kokon, als Übergangsstadium zwischen der Insekten-Larve und dem geschlechtsreifen Vollinsekt.